domingo, 21 de julio de 2013

Music: Hans Eisler - Der anachronistische Zug oder Freiheit und Democracy (Brecht) - Der heimliche Aufmarsch (Erich Weinert) - Lyrics








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Hanns Eisler - Der anachronistische Zug oder Freiheit und De

Frühling wurd's in deutschem Land.
Über Asch und Trümmerwand
Flog ein erstes Birkengrün
Probweis, delikat und kühn.

Als von Süden, aus den Tälern
Herbewegte sich von Wählern
Pomphaft ein zerlumpter Zug
Der zwei alte Tafeln trug.

Mürbe war das Holz von Stichen
Und die Inschrift sehr verblichen
Und es war so etwas wie
Freiheit und Democracy.

Vornweg schritt ein Sattelkopf
Und er sang aus vollem Kropf:
"Allons, enfants, god save the king
Und den Dollar, kling, kling, kling."

Von den Kirchen kam Geläute.
Kriegerwitwen, Fliegerbräute
Waise, Zittrer, Hinkebein -
Offnen Mauls stand's am Rain.

Und der Blinde frug den Tauben
Was vorbeizog in den Staauben
Hinter einem Aufruf wie
Freiheit und Democracy.

Doch dem Kreuz dort auf dem Laken
Fehlen heute ein paar Haken
Da man mit den Zeiten lebt
Sind die Haken überklebt.

Drunter schritt dafür ein Pater
Abgesandt vom Heiligen Vater
Welcher tief beunruhigt
Wie man weiß, nach Osten blickt.

Ihre Gönner dann, die schnellen
Grauen Herrn von den Kartellen:
Für die Rüstungsindustrie
Freiheit und Democracy!

Gleichen Tritts marschiern die Lehrer
Machtverehrer, Gehirnverheerer
Für das Recht, die deutsche Jugend
Zu erziehn zur Schlächtertugend.

Folgen die Herrn Mediziner
Menschverächter, Nazidiener
Fordernd, daß man ihnen buche
Kommunisten für Versuche.

Drei Gelehrte, ernst und hager
Planer der Vergasungslager
Fordern auch für die Chemie
Freiheit und Democracy.

Folgen, denn es braucht der Staat sie
Alle die entnazten Nazi
Die als Filzlaus in den Ritzen
Aller hohen Ämter sitzen.

Künstler, Musiker, Dichterfürsten
Schrei'nd nach Lorbeer und nach Würsten
All die Guten, die geschwind
Nun es nicht gewesen sind.

Peitschen klatschen auf das Pflaster:
Die SS macht es für Zaster
Aber Freiheit braucht auch sie
Freiheit und Democracy.

Und die Hitlerfrauenschaft
Kommt, die Röcke hochgerafft
Fischend mit gebräunter Wade
Nach des Erbfeinds Schokolade.

Spitzel, Kraft-durch-Freude-Weiber
Winterhelfer, Zeitungsschreiber
Steuer-Spenden-Zins-Eintreiber
Deutsches-Erbland-Einverleiber

Blut und Dreck in Wahlverwandtschaft
Zog das durch die deutsche Landschaft
Rülpste, kotzte, stank und schrie:
Freiheit und Democracy!

Und kam, berstend vor Gestank
Endlich an die Isarbank
Zu der Hauptstadt der Bewegung
Stadt der deutschen Grabsteinlegung.

Informiert von den Gazetten
Hungernd zwischen den Skeletten
Seiner Häuser stand herum
Das verstörte Bürgertum.

Und als der mephitische Zug
Durch den Schutt die Tafeln trug
Treten aus dem brauen Haus
Schweigend sechs Gestalten aus

Und es kommt der Zug zum Halten.
Neigen sich die sechs Gestalten
Und gesellen sich dem Zug
Der die alten Tafeln trug.

Und sie fahrn in sechs Karossen
Alle sechs Parteigenossen
Durch den Schutt, und alles schrie:
Freiheit und Democracy!

Knochenhand am Peitschenknauf
Fährt die Unterdrückung auf.
In 'nem Panzerkarr'n fährt sie
Dem Geschenk der Industrie.

Groß begrüßt, in rostigem Tank
Fährt der Aussatz. Er scheint krank.
Schämig zupft er sich im Winde
Hoch zum Kinn die braune Binde.

Hinter ihm fährt der Betrug
Schwenkend einen großen Krug
Freibier. Müßt nur, draus zu saufen
Eure Kinder ihm verkaufen.

Alt wie das Gebirge, doch
Unternehmend immer noch
Fährt die Dummheit mit im Zug
Läßt kein Auge vom Betrug.

Hängend überm Wagenbord
Mit dem Arm, fährt vor der Mord.
Wohlig räckelt sich das Vieh
Singt: Sweet dreams of liberty.

Zittrig noch gestrigen Schock
Fährt der Raub dann auf im Rock
Eines Junkers Feldmarschall
Auf dem Schoß einen Erdball.

Aber alle die sechs Großen
Eingeseßnen, Gnadelosen
Alle nun verlangen sie
Freiheit und Democracy.

Holpernd hinter den sechs Plagen
Fährt ein riesen Totenwagen
Drinnen liegt, man sieht's nicht recht:
's ist ein unbekant Geschlecht.

Und ein Wind aus den Ruinen
Singt die Totenmesse ihnen
Die dereinst gesessen hatten
Hier in Häusern. Große Ratten

Schlüpfen aus gestürzten Gassen
Folgend diesem Zug in Massen
Hoch die Freiheit, piepsen sie
Freiheit und Democracy!






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Hanns Eisler - Der heimliche Aufmarsch - Ernst Busch Chor


Der heimliche Aufmarsch
Text: Erich Weinert.
Musik: Hanns Eisler
Gesang: Ernst Busch. Rundfunkchor Berlin, Ernst Busch Chor

aus dem Film/from the film
Solidarity Song: The Hanns Eisler Story

Rhombus Media and ARTE/ZDF-German Television Network, VHS (NTSC), color, in English and German with English subtitles (1996), 84:00.
Director: Larry Weinstein
Co-Director: Thomas Wallner
Producers: Gabriele Faust and Niv Fichman
Writers: Larry Weinstein and Thomas Wallner
Associate producers: Daniel Iron and Barbara Willis Sweete

Originaltext:

Es geht durch die Welt ein Geflüster:
Arbeiter, hörst du es nicht?
Das sind die Stimmen der Kriegsminister:
Arbeiter, hörst du es nicht?

Es flüstern die Kohle- und Stahlproduzenten,
es flüstern die Stimmen der Imperialisten,
es flüstert von allen Kontinenten:
Mobilmachung gegen die Bolschewisten!

Refrain:
Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre,
für das proletarische Vaterland.
Zerschlagt die faschistischen Räuberheere,
setzt alle Herzen in Brand!
Pflanzt eure roten Fahnen des Sieges
auf jede Schanze, auf jede Fabrik.
Dann blüht aus der Asche des letzten Krieges
die sozialistische Weltrepublik!

Es rollen die Züge Nacht für Nacht:
Maschinengewehre für Polen.
Für China: deutsche Gewehre Null-Acht,
für Finnland Armeepistolen!

Schrappnells für die Tschechoslowakei,
für Rumänien Gasgranaten!
Sie rollen von allen Seiten herbei,
gegen die roten Soldaten!

Refrain:
Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre,
für das proletarische Vaterland.
Zerschlagt die faschistischen Räuberheere,
setzt alle Herzen in Brand!
Pflanzt eure roten Fahnen des Sieges
auf jede Schanze, auf jede Fabrik.
Dann blüht aus der Asche des letzten Krieges
die sozialistische Weltrepublik!

Arbeiter horch, sie ziehn ins Feld,
doch nicht für Nation und Rasse.
Das ist der Krieg der Herrscher der Welt,
gegen die Arbeiterklasse.

Und während sie schon zum Schlag ausholen
betrügen sie dich mit Friedensparolen.
Der Krieg der jetzt vor der Türe steht
ist der Krieg gegen dich, Prolet!

Refrain:
Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre,
für das proletarische Vaterland.
Zerschlagt die faschistischen Räuberheere,
setzt alle Herzen in Brand!
Pflanzt eure roten Fahnen des Sieges
auf jede Schanze, auf jede Fabrik.
Dann blüht aus der Asche des letzten Krieges
die sozialistische Weltrepublik!



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